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E-flite FJ-2 Fury 15 DF

Autor: Peter Kaminski | Fotos: Peter Kaminski u. Werner Glowka (8)

aufmacher

Nach der FJ-1 mit geraden Flügeln setzte man bei der Weiterentwicklung FJ-2 Fury auf eine Flügelpfeilung. Die FJ-2 war das erste strahlgetriebene Muster für den Einsatz auf Flugzeugträgern. Die optische Ähnlichkeit mit der F-86 Sabre ist nicht zufällig, denn die FJ-2 basiert auf die landgestützte F-86E. Das erste Serienmuster flog im November 1952. Da die Serienproduktion mitten in die Zeit des Koreakriegs fiel, schleppte sich die Auslieferung sehr hin. Die FJ-2 wurden dann an das US Marine Corps übergeben und 1957 außer Dienst gestellt.

E-flite setzt immer mehr auf Bind-n-Fly-Modelle, so auch bei der FJ-2 Fury. Es handelt sich also nicht um einen klassischen Bausatz. Das Modell muss nur montiert werden und auch der Empfänger ist schon entsprechend vorprogrammiert. Aber schauen wir uns das Modell einmal im Detail an.

Lieferumfang

1 karton

Das Modell ist, so wie man das von E-flite gewohnt ist, perfekt verpackt und gut vor allem sehr gut geschützt vor Beschädigungen. Das Modell besteht nur aus wenigen Komponenten wie:

Übrigens bietet E-flite für den Fall der Fälle alle Teile des Modells als Ersatz zur Reparatur an.

2 teile

Zum Fliegen benötigt man also nur noch einen Akku und einen Sender und ca. eine Stunde Zeit zur Montage, Schwerpunkteinstellung und Einstellen der Fernsteuerung.

Montage

Obwohl eine ausführliche Montageanleitung auch in Deutsch beiliegt, hier eine kurze Montagebeschreibung mit entsprechenden Fotos, die auch den potentiellen Käufern einen Einblick über die (Un-)Komplexität des Modells gibt. Die Montage erfolgt lediglich durch Zusammenstecken und Verschrauben der Komponenten - also ohne dass Verklebungen durchgeführt werden müssen. Die gesamte Verkabelung ist schon komplettfertig.

4 fluegel

Als erstes steckt man den Flügel halb in den Rumpf, schließt die beiden Servokabel an (Anschlussfolge egal da an Y-Kabel angeschlossen), verstaut die Servostecker in den dafür vorgesehenen Ausschnitt. Nun verschraubt man den Flügen mit einer M3-Gewindeschraube. Die Mutter befindet sich in einem Plastikstück hinter dem Impeller (s. Abb. unten).

8 imeller

Als nächstes kommt nun das Höhenruder dran. Zunächst wird das Höhenruder (s. Abb. unten) in Position gebracht und die beiden Servoanschlüsse werden angesteckt.

7 hlw

Die Stecker auf beiden Seiten entsprechend mit Labels ("L" und "R") versehen. Man sollte überprüfen ob die Servostecker auch bis Anschlag eingeschoben sind.

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Nun muss man die beiden Kabel vorne im Rumpf orten und dann vorsichtig die Kabel, bzw. Stecker in Richtung Rumpfinneres ziehen, so, dass sie fast im Rumpf verschwinden. Erst jetzt das Höhenleitwerk endgültig aufsetzen und mit Vier Schrauben befestigen. Die Kabel dürfen auf keinen Fall noch in den Strömungskanal ragen und das Leitwerk darf die Kabel auch nicht einquetschen.

7b hlw montiert

Nach Bedarf kann man nun die beiden Hauptfahrwerksbein einstecken und fest-clippen (s. Abb. unten). Diese lassen sich auch relativ einfach wieder entfernen.

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Möchte man ohne Fahrwerk fliegen, so muss man noch das Bugfahrwerk entfernen. Nach Lösen von vier Schrauben kann man die Fahrwerksaufnahme vom Rumpf lösen. Über das Lösen einer weiteren Schraube macht man den Fahrwerksstift frei und kann ihn herausziehen, die Anlenkung entfernen und man kann die Fahrwerksplatte wieder einsetzen und verschrauben.

Nun ist es schon an der Zeit sich mit dem Sender zu beschäftigen. Es ist mindestens eine DX5 - also ein Fünfkanalsender - für das Modell erforderlich. Man sollte als erstes ein neuen Modellspeicher anlegen und ihn benennen. Wichtig ist zu überprüfen, ob der Schalter für das Ein- und Ausfahren des Fahrwerks (Gear) auch der Funktion Gear/Fahrwerk zugeordnet ist (steht nicht im deutschen Teil der Bedienungsanleitung), denn über diesen Schalter erfolgt später die Umschaltung zwischen kleinen und großen Ausschlägen. Die drei Einzelschalter für Expo braucht, bzw. sollte man nicht am Sender manuell belegen.

3 vrumpf

Nun zur Akkubefestigung: Eine Schlaufe ist bereits montiert (s. oben). Die Akkuposition sitzt relativ mit einem 4 S, 3.200 mAh LiPo in der Mitte zwischen Empfänger und Regler. Damit der Akku in seiner Position bleibt am besten auf der Akkuauflage Klettband aufkleben (s. Foto unten) und unten auf dem Akku das Klettgegenstück. Das reicht für einen sicheren Halt aus.

klettband

Nun Empfänger und Sender binden. Dazu als erstes Binding-Stecker in den Empfänger auf den dafür vorgesehenen Steckplatz aufschieben, Fernbedienung ausschalten und nun den Akku anschließen. Es erfolgen einige Signaltöne und er Empfänger blinkt gelb. Nun Sender mit gedrückter Lehrer/Schüler-Taste einschalten und nach kurzer Zeit sollte das Binding zwischen Sender und Empfänger erfolgt sein. Dann den Bindig-Stecker abziehen.

Als nächstes sind alle Ruder nach optischen Kriterien mechanisch auf Neutralstellung zu bringen. Das ist wichtig für die einwandfreie Funktion des AS3X-Gyro-System. Erst wenn das Alles erfolgt ist sollte man ggf. die Tankattrappen mit je zwei Schrauben (s. Abb. unten) montieren.

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Praxis

Nach dem Zusammenbau haben wir als erstes die Leistungsdaten gemessen. Der E-flite DF15 Impeller mit dem BL 15 zieht nach 20 Sekunden ca. 51 A bei ca. 750 W Leistung. Der Maximalstrom beträgt 55 A bei knapp über 800 W. Der Schub beträgt ca. 1,1 kp. Der Motor entspricht also von den Leistungsdaten her z. B. einem HET 2W18. Wir haben als Akku einen SLS APL V2 3.200 mAh, 25 C Akku verwendet. E-flite schlägt den EFLB32004S30 aus eigenem Sortiment vor. Die Wuchtung war beim Testmodell akzeptabel aber der Sound ist aber etwas rauh und nicht so wie bei einem Vielblattimpeller.

Das Abfluggewicht mit Fahrwerk und Tanks beträgt knapp unter 1,5 kg. Wir haben die ersten Flugversuch auch mit Fahrwerk und Zusatztanks gemacht. Beim Rollversuch zeigte sich schon, dass das Fahrwerk auf Golfrasenqualität oder Hartpiste abgestimmt ist.

vor start

Der Start auf Rasen ist aber mit dem Standardantrieb überhaupt kein Problem und die Rollstrecke ist nicht besonders lang. Es zeigte sich auch, dass der in der Anleitung angegebene Schwerpunkt (155 mm von Flügelvorderkante am Rumpf gemessen) sehr gut passt. Positiv ist, dass das Modell relativ unempfindlich gegenüber Schwerpunktänderungen ist.

flug mitfw 2

Die Fury ist mit dem Antrieb gut motorisiert und es lassen sich alle Kunstflugfiguren wie Rollen und Loopings etc. sehr gut fliegen. Mit den kleinen Ausschlägen kommt man gut klar und das Modell ist extrem wendig und auch die Rollen sind schnell genug für das Jet-like Fliegen. Die großen Ausschlägen auf der Fernsteuerung sind nur etwas für Piloten, die nur wenig Knüppelausschlag gewohnt sind.

Die Flugzeit ist natürlich stark vom Pilotenverhalten abhängig. Bei Dauervollgas ist der Spaß mit derm 3.200er Akku nach ca. drei Minuten zu Ende. Man braucht aber nicht immer Vollgas denn bei halber Leistung ist das Modell mit Fahrwerk und Tanks nicht halb so schnell sondern nur etwas langsamer. Überhaupt ist Langsamflug nicht so einfach den durch die Flügelpfeilung ist die Grundgeschwindigkeit des Modells für diese Modellgröße relativ hoch.

flug mitfw 1

Nun zur Landung: Ein Wichtiger Faktor ist hierbei das Abbauen der Geschwindigkeit, denn das Modell verfügt ja über keine Landeklappen aber über gepfeilte Flügel. Lediglich das deutliche herunterfahren beider Querruder wäre eine Option aber der Empfänger ist ja bereits vorprogrammiert. Am besten also erst einmal eine Landekurve einleiten und die auch schon ohne Gas und unbedingt gegen den Wind landen. Die Geschwindigkeit beim Aufsetzen des Modells wird trotzdem noch relativ groß sein. Das hat zur Folge, dass bei einer unebenen Graspiste das Modell bei der Landung sehr zum Springen neigt, da die Federung nicht ausreicht, die Impulse durch die Unebenheiten zu kompensieren sondern das Springen eher noch unterstützt.

landung

Auf Hartpiste sieht das anders aus denn da muss man lediglich beachten, dass man eine entsprechende Länge zum Ausrollen benötigt. Wenn man während des Ausrollens auch volles Tiefenruder gibt, bremst das auch noch zusätzlich. Auf einer nicht idealen Graspiste wird die Fahrwerksaufnahme auch relativ schnell in Ihrer Funktion beeinträchtigt und die Verklebung löst sich. Wir sind daher schnell zu dem Schluss gekommen, mal das Fahrwerk zu demontieren und den Handstart, zunächst mit befestigten Tankattrappen auszuprobieren.

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Das Modell verfügt über keine Griffmulden (s. Foto oben) aber das stellte sich im Nachhinein auch als nicht erforderlich heraus, denn der Schub reicht gut aus, um das Modell mit einem normalen Wurf aus dem Stand heraus ohne Anlauf abzuwerfen. Es muss auch kein Höhenruderausschlag beim Abwerfen gesetzt sein. Beim ersten Versuch hatte ich die Querlage etwas verrissen (s. Foto unten) aber das AS3X Gyro-System greift sofort ein und stabilisiert das Modell. Dies ist bei Start spürbar hilfreich. Der Handstart ist also als Fazit total unproblematisch und das gilt auch für ungeübte Werfer.

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Was man nun feststellt ist, dass das Modell doch deutlich agiler präsentiert, da der Luftwiederstand durch das Entfernen des Fahrwerks doch deutlich positiv beeinflusst wird. Auch die Höchstgeschwindigkeit ist spürbar angestiegen und man muss für zügige Fahrt auch noch weniger Gas geben. Flugzeiten von vier Minuten bei sehr zügiger Geschwindigkeit sind ohne Probleme möglich und mit viel Halbgasanteilen und Rausnehmen des Gas bei Abwärtsfiguren etc. lassen sich auch leicht mehr als fünf Minuten erreichen.

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Das Fliegen ohne Fahrwerk macht richtig Spaß und das Modell zeigt sich doch sehr verwandelt. Auch die Wendigkeit ist nochmal etwas angestiegen. Dank AS3X liegt das Modell wie das bekannte Brett in der Luft. Die Silhouette die das Modell in der Luft abgibt ist ebenfalls sehr schön und nah am Original, wie die Flugbilder an dieser Stelle unterstreichen.

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Die Landung haben wir prinzipiell wie die mit Fahrwerk eingeleitet. Die Bedienungsanleitung empfiehlt die Tanks für den Betrieb ohne Fahrwerk nicht zu montieren. Da wohl auch nicht ohne Grund, denn bei der Landung riss eine Seite der Tankaufhängung ab. Die nächsten Starts haben wir daher also wie empfohlen ohne Fahrwerk und auch ohne Tanks durchgeführt. Wir haben dazu auch die Plastikbefestigungen für das Befestigen der Tanks gleich mit entfernt. Das Resultat dieser Maßnahmen war dann ein Abfluggewicht von lediglich 1,33 kg bei ca. 1,1 kg Schub (ca. 0,8 Schub/Gewicht) und. das Leistungspotential ist durch die Maßnahme deutlich gestiegen. 

Fazit

Der Preis für das Modell (Best.-Nr. EFL7250) liegt bei ca. 250 Euro. Das ist das Modell auch auf jeden Fall wert. Die E-flyte Fury ist ein kompaktes Spaßmodell, das auch den Namen BNF (Bind-and-Fly) absolut verdient. Die Verarbeitung ist gut. Die Flugleistungen sind besonders ohne Fahrwerk und Tanks beeindruckend.

Für absolute Anfänger ist das Modell weniger geeignet, sondern es richtet sich doch an Fortgeschrittene, die Ihre Pilotenfähigkeiten verbessern oder mal in die Jet-Fliegerei reinrichen möchten und auch an Experten, die nach einem kompakten Feierabend- oder Urlaubsflieger suchen, denn es ist keinesfalls ein langsames Modell, sondern sehr sportlich unterwegs und auch für die Piloten die Kunstflug trainieren möchten absolut geeignet. Ein absolut empfehlenswertes Modell, was zudem auch preislich äußerst interessant ist.

Technische Daten

Spannweite: 933 mm
Länge: 984 mm
Flügelfläche: 19,6 dm²
Abfluggewicht: 1,5 kg (mit Fahrwerk und Tanks)
Impeller: 70 mm, E-flite 15 DF
Motor: E-flite BL15 (3700Kv)
Servos: 6 x 13 g Mikro-Servos
Regler: E-flite 60 A
Akku: 4 S LiPo, 3.200 mAh (nicht im Lieferumfang)
Empfänger: Spektrum AR636A Sport mit AS3X
Fernsteuerung: min. 5-Kanal Spektrum DSM2/DSMX Sender

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