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Hype Interceptor II mit X3-Kreiselsystem

Autor: Peter Kaminski

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Im Juli 2012 haben wir den Hype Interceptor schon getestet. Nun ist seit Juli 2013 der Nachfolger Interceptor II verfügbar und wir möchten natürlich schauen, was an dem Modell verändert, bzw. verbessert wurde.

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Die Komponenten sind vom Schaum her mit dem Vorgänger identisch. Man hat dem Interceptor II einen leicht veränderten Look verpasst. Im Gegensatz zum Vorgänger ist sind die Querruder schon fertig angelengt und der Griff für das Halten des Modells beim Start ist ebenfalls schon angeklebt. Dem Modell liegt neben dem Kleber noch die Anlenkteile für die weiteren Ruder bei. 

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Weitere Neuerung ist, dass nun das Seitenleitwerk serienmäßig mit Seitenruder und Servo ausgestattet ist (s. Abb. oben).

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Eine der wichtigsten Veränderungen befindet sich im vorderen Teil des Rumpfs, nämlich der nun mitgelieferte und schon eingebaute X3-Kreisel.  Zur Anordnung der Komponenten im Modell noch der Hinweis, das wir den Akku nicht an der vorgesehenen Position sondern im hinteren Bereich unter dem Cockpit im Modell eingesetzt haben und den Empfänger vorne neben dem Kreiselsystem. Später dazu mehr.

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Der X3-Kreisel ist ein Gyro, der auf allen drei Achsen stabilisiert. So werden Querruder-, Höhenruder- und auch das Seitenruder-Servokabel auf den Kreisel gesteckt. Die drei Servoausgänge sowie ein Kabel für die Steuerung (Aktivierung, bzw. Deaktivierung des Kreisels) werden an den Empfänger angeschlossen.  Man benötigt also beim Interceptor II mindestens einen Fünfkanalempfänger.Die benötigten Servokabel liegen bei.

Über drei Miniaturregler lässt sich die Kreiselempfindlichkeit und auch die Wirkrichtung einstellen. Neutralstellung ist in der Reglermitte. Der Reglereinstellbereich ist bezogen auf die kleinen Ausschläge am Interceptor II sehr groß bemessen. Also ggf. immer nur sehr kleine Änderungen vornehmen. Wichtig ist übrigens, dass beim Einschalten des Modells der definierte Schalter für das Aktivieren des Gyros auf "Aus" steht, da sich sonst die Schaltrichtung umkehrt.

Nach dem Aktivieren des Modells werden die Ruderfunktionen kurz deaktiviert und das Modell darf während des schnellen Blinkens des Gyro nicht bewegt werden. Nach ein paar Sekunden blinkt es langsamer und die Ruder haben wieder Funktion. Der Kreisel hat sich dann kalibriert.  

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Der Regler ist, wie schon beim Vorgänger, ein Hobbywing Skywalker 40 A. Der Motor des Interceptor war laut Herstellerangabe ein Aussenläufer mit 4.700 kV. Der nun verwendete Motor soll einen Wert von 5.900 kV haben. Anordnung und Befestigung des Motors ist wie beim Vorgängermodell.

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Das Seitenruderservo ist direkt im Seitenleitwerk selbst verbaut. Die Höhenruderanlenkungen waren bei dem Testmodell des Interceptor etwas zu kurz geraten. Beim unserem Testmodell des Interceptor II passen diese dagegen perfekt. 

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Eine weitere Neuerung ist, dass nun die Querruderanlenkungen durch Plastikteile geschützt sind, um Beschädigungen bei der Landung zu verhindern (s. Abb oben). Schön das Hersteller auch auf die Kunden reagieren, denn das war ein weit verbreiteter Wunsch der Nutzer.

Der Hersteller gibt nun in seinem Manual einen Schwerpunkt von 40 bis 45 mm von der Flügelnasenleiste an. Trotzdem erreicht man mit dem empfohlenen 1.600 mAh 3S Akku von Team Orion (Best.-Nr.: ORI60095) den angegebenen Schwerpunkt nicht. Wir haben zum Test daher in die Impellerabdeckung erst mal 30 g Blei eingearbeitet. Nach dem Test können wir aber folgende Empfehlung geben: Im Bereich unter dem Cockpit an den Seiten soviel Schaum wegzunehmen, dass der Akku ganz bis hinten durchgeschoben werden kann. Selbst dann ist der vorgegebene Schwerpunkt zwar noch nicht erreicht aber auf die Zugange von Blei kann man dann aber verzichten. 

Praxis

Der Start des Modells erfordert gerade bei Windstille schon, dass das Modell gut abgeworfen wird. Daran ändert auch der neue Motor nichts. Was auffällt ist, dass trotz der angegebenen 5.900 kV der Motor nur unwesentlich mehr Strom zieht als das Vorgängermodell. Wir haben ca. 38 A nach 20 Sekunden Laufzeit gemessen. Der Standschub lag mit ca. 0,5 kp bei dem des Vorgängermodells.

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Die Ausschläge haben wir wie folgt eingestellt: Querruder +/- 5 mm, Höhenruder +/- 6 mm, Seitenruder +/- 9 mm mit je 35 % Expo. Auch mit diesen reduzierten Einstellungen ist der Jet immer noch extrem agil. Ggf. kann das Querruder noch um ein Millimeter reduziert werden.

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Zunächst wurde der Jet ohne Kreiselsystem geflogen. Er verhält sich nicht wesentlich anders als sein Vorgänger. Der etwas nach vorne gewanderte Schwerpunkt tut dem Modell gut. Daher würde ich auch, wie schon zuvor erwähnt, auf eine Bleizugabe verzichten.

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Nach dem ersten Flug sollte dann beim zweiten Flug der X3-Gyro zum Einsatz kommen. Der Gyro ist, entgegen der Anleitung die darauf keinen Hinweis gibt, schon entsprechend voreingestellt. Man sollte trotzdem die Richtungen der Kompensation vor dem Ersteinsatz des Gyro überprüfen. Bei der Überprüfung am Boden haben wir die Regelung des Seitenruders leicht reduziert und die des Querruders ganz leicht angehoben. Wir empfehlen aber den Erstflug mit Gyro mit den Werrkseinstellungen durchzuführen. Änderungen sollte man nur in vorsichtigen Dosen vornehmen.

In sicherer Höhe haben wir den Gyro dann beim zweiten Flug aktiviert. Die Wirkung ist erstaunlich, denn das kleine Teil macht einen wirklich sehr guten Job und das sowohl bei Windstille als auch bei kräftigem Wind. Selbst bei Windstille merkt man die Wirkung des Kreisels. Das Modell liegt in der Luft wie ein Brett wobei man bei der Steuerung nie den Eindruck hat gegen das Gyro anzukämpfen. Bei Vollgas hat das Modell ohne Gyro eine leichte Tendenz zu steigen. Selbst diese regelt der aktivierte Gyro perfekt aus und hält die Höhe. So richtig Spaß macht der Kreisel dann bei mehr Wind. Er regelt auch kräftige Böhen aus. Bei sehr kräftigen Böhen bewegt sich dann zwar das Model etwas aber es bleibt immer unter Kontrolle.

Zu dem Seitenruder muss man sagen, dass es bei dem Modell eigentlich nicht benötigt wird, es sein denn man möchte im Messerflug fliegen. In Zusammenhang mit dem X3-Kreisel macht die Anlenkung des Seitenruders aber wieder Sinn, da so die Lage in alle drei Achsen kompensiert werden kann.

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Das Landen ist total simpel. Man kann das Modell sehr langsam machen in dem man den Motor vor dem Landeplatz schon deaktiviert und das Modell dann ausschweben lässt. Ggf. sollte man, wenn das Modell nicht genügend schnell sinkt, den Gyro bei der Landung deaktivieren.

Fazit

Der Preis für den Interceptor II beträgt 139 Euro. Das ist angesichts der Änderungen am Modell insbesondere des X3-Gyro ein sehr akzeptabler Preis. Hype hat seinen Interceptor durch den Kreisen, die Anlenkung des Seitenruders und die zusätzlichen Schutzabdeckungen der Querruderanlenkungen deutlich verbessert und aufgewertet. Interessant ist zu erwähnen, dass der X3-Kreisel von Hype auch einzeln für unter 40 Euro erhältlich ist. Sicherlich für viele andere Modelle ebenfalls eine sinnvolle Option.

Technische Daten

Spannweite: 680 mm
Länge: 725 mm
Gewicht mit Akku und Empfänger: ca. 500 g
Impeller: 5-Blatt, 51 mm
Motor: brushless Außenläufer mit 5.900 kV
Regler: Hobbywing Skywalker 40 A
Akku: 3S LiPo, 1.600 mAh
Maximalstrom: 38 A (nach 20 Sek.)
Schub: 520 g
Schub/Gewicht: 1,0
Empfänger: Fünfkanal
Steuerfunktionen: Quer, Höhe, Seite, Regler, Gyro

www.hype.de