Schulze NextGeneration II Ladegerät

Autor und Fotos: Peter Kaminski

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Wir haben für Sie vor einigen Jahren das Next 14-350 von Schulze getestet. Leider gibt es den Hersteller dieser sehr interessanten Ladegeräte nicht mehr. Wir haben aber trotzdem diesen Beitrag nicht gelöscht, um den Interessenten, die sich für gebrauchte Geräte interessieren, eine Informationsquelle zu geben. 

Konzept

Die Ladegeräte von Schulze haben eine lange Tradition und sind immer bei besonders anspruchsvollen Piloten gefragt. Die Anforderungen an die Ladegeräte wächst natürlich mit den Antrieben, die in den letzten Jahren noch mal deutlich an Leistung zugelegt haben. Somit wuchs auch die Anzahl der Zellen. Eine beliebte Variante ist bei höheren Zellenanzahlen zwei Packs in Serie zu schalten und dafür sind zwei gleichwertige Ladeausgänge am Ladegerät erforderlich. Aber die Schulze-Ladegeräte boten bisher nur einen zweiten Ausgang mit reduzierter Ladeleistung. Mit der neuen Serie NextGeneration II kommt man nun dem Wunsch Vieler nach, zwei gleichwertige Ladeausgänge bereitzustellen.

Weiter ist jeder Ausgang für das Laden von bis zu 14 Lipo-Zellen geeignet und es sind zwei Balancer integriert für jeweils sieben Lipo-Zellen. Bei Akkus mit mehr als sieben Zellen werden beide Balancer dem ersten Ausgangs zugewiesen. Der zweite Ausgang kann dabei auch gleichzeitig genutzt werden, aber eben ohne Balancer.

Um auch sehr hohen Anforderungen gerecht zu werden lassen sich die beiden Ausgänge bei den größeren Versionen auch zusammenschalten. Eine weiteres bemerkenswertes Merkmal ist der Eingangsspannungsbereich denn neben einer 12-Volt-Spannungsversorgung lassen sich die neuen Schulze-Ladegeräte auch mit 24 Volt betreiben, also z. B. zwei in Serie geschaltete 12-V-Autobatterien, und können so noch mehr Leistung abgeben.

Varianten

Zur Zeit werden sechs Ladegeräte angeboten und zwar next-2x7-280, next-14-280 sowie das next-14-350 jeweils in einer ECO und einer Standardvariante. Die ECO-Variante ist etwas preiswerter und wird ohne das sogenannte nextConn-Set-II angeboten, was sich aber auch nachrüsten lässt.

Das next-2x7-280 bietet zwei Ausgänge mit je maximal 6 A Strom und eine Ladeleistung von 140 W bei 12 V, bzw. 150 W bei 24 V. Eine Parallelschaltung der Ausgänge ist bei diesem Ladegerät nicht möglich. Bei dem next-14-280 ist jedoch eine Parallelschaltung möglich, wobei dann doppelte Leistung und auch ein doppelter maximaler Ladestrom von 12 A möglich sind. Ansonsten entspricht das Gerät dem kleineren Bruder.

Das Topgerät ist das next-14-350, welches einen maximalen Ladestrom von 7 A pro Ausgang, bzw. 14 A bei Parallelschaltung und bei einer Spannungsversorgung mit 24 V stattliche 400 W Leistung bietet. Das next-14-350 bietet darüber hinaus noch einen Flash-Ladekurvenspeicher von 4 MB und eine Kette aus blauen LEDs, die den Akkuladezustand signalisiert und durch das halbtransparente Gehäuse durchleuchtet. Im next-14-350 sind weiter zwei statt einem temperaturgesteuerten Lüfter eingebaut und es gibt auch eine Echtzeituhr, so dass Ladekurven mit einem Zeitstempel versehen werden. Das next-14-350 bietet 60 Speicherplätze, die beliebig einem der beiden Akkuausgänge zugeordnet werden können.

Anschlüsse

Auf der Oberseite sind je zwei 4-mm-Buchsen für die Akkus sowie unter den Tasten zwei EH-Balancer-Anschlüsse (wie Graupner/Kokam) und ein Stecker in der Mitte für zwei Adapter auf Schulzes für eigenes Balancer-Anschlusssystem (BalCab). Übrigens bietet Schulze auch eine ganze Palette an Adaptern für alle am Markt etablierten Ballancer-Steckertypen an.

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Auf der rechten Seite befindet sich eine Mini-USB-Buchse (serienmäßig) für den Anschluß eines PCs sowie rechts und links je eine Akku-Memory-Schnittstelle. Weiter stehen noch Schaltausgänge sowie zwei Akku-Memory-Schnittstellen (nicht bei ECO-Versionen) bereit.

Bedienung 

Als Ausgabe dient ein monochromes, hintergrundbeleuchtetes, grafisches LC-Display (Zeichenmatrix 8 * 21 Zeichen). Die Bedienung erfolgt über zwei Tasten zur Anwahl des Akku-Ausgangs, bzw. dessen Akku-Parameter, sowie einem Taster für die allgemeinen Geräteparameter, einer ESC- (Abbruch) sowie einer kombinierten Info/Enter-Taste, sowie vier up/down/left/right-Taster auf der Geräteoberseite.

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Nach Anwahl eines Ausgangs und Einstellen der entsprechenden Akku-Parameter erfolgt das Starten des Ladevorgangs nach Anschluss des Akkus an den Ladeausgängen. Laden lassen sich die verschiedensten Akkutypen, wie Blei, NiCd, NiMH, LiPo, LiIo und auch LiFe.

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Nach zweimaligem Drücken einer der beiden Akkutasten befindet man sich auf der Parameterseite des Ausgangs. Wir haben hier die Screens übrigens farbverfälscht wiedergegeben um die Helligkeits- und Kontrastunterschiede in unterschiedlicher Umgebung auf den Fotos zu kompensieren.  

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Nach Anschluß des Akkus startet der Ladevorgang und die aktuellen Daten, inklusive einer Spannungsgrafik über die Zeit, werden angezeigt. 

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Es lassen sich auch weitere Daten abrufen, wie die Zellenspannung, Differenzspannungen und Innenwiderstand der einzelnen Zellen und in einen weiteren Screen geladener Strom und gemittelter Innenwiderstand.

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Über den Taster "par" lassen sich sequentiell drei Screens mit den Geräteparametern aufrufen. Es lässt sich hier auf Username und ein  Passwort vergeben. Auch die akzeptierte minimale Eingangsspannung lässt sich einstellen.

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Auf der zweiten Page hat man Zugriff auf die allgemeinen Akkuparameter.

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Auf der dritten Page lässt sich dann u. a. Datum und die Zeit einstellen.

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Akkusoft

Für die Ausgabe der aktuellen Werte steht die Software Akkusoft von Martin Adler auf seiner Web-Site zur kostenfrei zur Verfügung. Mit der Software lassen sich die Ladevorgänge auch grafisch ausgeben. Ein Firmware-Update ist ebenfalls über die Software möglich.

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Praxis

Die Installation der USB-Treiber und Software war unter XP und Vista kein Problem. Es liegt keine CD bei sondern Treiber und Software ist von der jeweiligen Web-Site herunterzuladen. Die aktuellste Firmware ist ebenfalls online auf der Seite von Schulze Elektronik verfügbar. Wir haben mal ein Firmware-Upgrade mit der Software durchgeführt und auch das ist völlig problemlos. Informationen zur Handhabung des Firmware-Updates werden im LC-Display ausgegeben. Die Software verfügt über eine automatische Erkennung der virtuellen COM-Schnittstelle, lässt sich aber auch manuell konfigurieren.

Schade ist, dass man mit Akkusoft die Daten ausgeben und darstellen kann, aber sich leider keine Geräteeinstellungen vornehmen und auch keine Akkuspeicher anlegen und verwalten lassen. Das würde die Bedienung des Ladegerätes noch mal deutlich vereinfachen.

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Das leicht blau hintergrundbeleuchtete LC-Display ist auch bei Tageslicht sehr gut ablesbar. Wir haben hier noch einmal ein Foto des Screens eingebunden aber die Qualität des Displays ist fototechnisch wegen dem Multiplexing und dem ausgesendetem Farbspektrum so leider nicht darstellbar. Was für das Auge optimal erscheint muss halt nicht für die Kamera optimal sein. Der mit dem Auge wahrgenommene Kontrast ist deutlich größer. Darauf möchten wir noch deutlich hinweisen.

Die Bedienung bei dem Schulze Gerät ist einfach und strukturiert. Wenn man schon frühere Schulze-Ladegeräte genutzt hat und die Bedienphilosophie kennt, ist eine Bedienung auch intiutiv ohne Handbuch möglich. Schön auch, dass so viele Parameter auf einer Seite dargestellt werden. Software-Probleme konnten wir auch nach intensiver Nutzung keine feststellen (Version 1.09).

Das Aufrufen und Ablegen von Speichern versteckt sich im Akkutyp-Parameter aber laut Aussage des Herstellers wird es da in einer späteren Firmwareversion ein "Hotkey" geben. Der Name eines Speichers ist auf acht Zeichen begrenzt. und ein Speicher lässt sich zur Zeit entweder Akkuausgang 1 oder 2 zuorndnen. Ein Kopieren ist z. Z. ebenfalls nur für den zugeordneten Akkuausgang möglich aber auch hier ist Aussage des Herstellers, dass man dies auch in einem zukünftigen Firmware-Update berücksichtigen wird. Das Produkt steht ja erst am Anfang der Markteinführung und die eine oder andere Funktion wird sicherlich mit weiteren Firmware-Updates folgen und wir werden diese hier in dem Bericht auch nachpflegen.

Was die Ladeleistung und den Komfort angeht ist die neue Schulze NextGeneration II Serie der Hammer. 400 Watt Leistung im 24-V-Betrieb beim next-14-350 dürften die meisten zufrieden stellen und die Ladegeräte sind dabei auch noch so kompakt. Da kann man auch größere Kapazitäten und Akkus mit höherer Zellenanzahl ohne Probleme mit mehr als 1C Laden. Überhaupt ist da schon die Spannungsquelle, sprich der oder die Autobatterien, der Engpass in der Leistungbereitstellung. Die sollten schon einiges an Strom bereitstellen können. Wir waren von den Ladeleistungen absolut beeindruckt.